Zufriedenheit erneut gestiegen, aber große Unterschiede zwischen den Marken

Elektroauto-Zufriedenheitsstudie 2026: Zufriedenheit erneut gestiegen, aber große unterschiede zwischen den MArken
E-Auto-Fahrer sind so zufrieden wie nie. Doch mit jedem Fortschritt der Fahrzeuge wachsen auch die Ansprüche. Was vor drei Jahren noch begeistert hat, gilt heute als Standard. Für Hersteller heißt das: Der Wettbewerb verlagert sich zunehmend auf Themen, die lange als Nebensache galten.
Im Rahmen der EV Satisfaction Study haben wir rund 4.000 Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt: Was leisten E-Autos heute? Und wo hakt es noch aus Sicht der Nutzer? Dank der hohen Stichprobe liefert die Studie differenzierte Einblicke. Sie erlaubt Bewertungen auch für in Europa noch junge Marken wie BYD, Xpeng oder Leapmotor und detaillierte Analysen nach einzelnen Modellen etablierter Hersteller.
Klar ist: Die Zufriedenheit der E-Auto-Fahrenden mit voll batterie-elektrischen Fahrzeugen steigt weiter an. Der sogenannte Net-Promoter-Score, eine Kennzahl für die Weiterempfehlungsbereitschaft, ist in der EV Satisfaction Study 2026 von 33 auf 38 Punkte gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Zeitreihe.
Hier die wichtigsten Ergebnisse der EV Satisfaction Study 2026:
1. Die Fahrzeuge werden besser, die Ansprüche wachsen mit
Die Hersteller haben bei Reichweite und Ladeleistung weiter zugelegt. 59 % der Befragten fahren inzwischen ein E-Auto mit einer realen Sommerreichweite von über 400 Kilometern (2025: 50 %). Gleichzeitig steigen die Erwartungen im gleichen Tempo. Die Fahrzeuge konnten also im Mittel mit der Erwartungshaltung Schritt halten. Die Folge ist eine insgesamt gestiegene Zufriedenheit im Vergleich zum Vorjahr.
Was heißt das für Hersteller?
Die Ansprüche werden weiter schnell steigen. Die Studiendaten und ihre über 12.000 ausführlichen wörtlichen Nennungen zeigen sehr detailliert, worauf es ankommt und worauf die Kunden besonderen Wert legen, kurz: wo sich Investitionen lohnen und wo unterlassene Investitionen schnell bestraft werden. So können Verantwortliche auf Basis von Daten abgesicherte Entscheidungen treffen.

2. Reichweite und Ladegeschwindigkeit: Der Maßstab verschiebt sich
Nur noch 75 % bewerten eine „reale” Sommerreichweite von 400 km als (sehr) gut (2025: 79 %). Bei der Ladegeschwindigkeit ist die Entwicklung noch deutlicher: Während im letzten Jahr 65 % der EV-Fahrer eine maximale Ladeleistung von 150 kW als (sehr) gut bewerteten, sind es in diesem Jahr nur noch 58 %. Der neue Maßstab lautet: 200 Kilometer Reichweite in 15 Minuten nachladen. Diese Leistung bewerten 75 % als gut oder sehr gut.
Was heißt das für Hersteller?
Große Reichweite und hohe Ladeleistung kosten viel Geld. Die Studie zeigt, abhängig vom Fahrzeugsegment, welche Reichweite und welche Ladeleistung wie bewertet wird, sprich: wo Budgets gut investiert sind.

3. Software und Konnektivität: Die Baustellen bleiben
Das Laden bleibt die größte Problemquelle im Alltag. 71 % der Befragten berichten von Problemen beim Laden, am häufigsten, weil der Ladevorgang nicht startet oder die Ladeleistung unerwartet niedrig ist. Die Unterstützung im Fehlerfall schneidet unter allen abgefragten Konzepten am schlechtesten ab. Auch die Fahrzeug-Apps bereiten weiter Kopfzerbrechen: 48 % der E-Auto-Fahrenden melden Probleme mit ihrer Connect-App. Bei der Frage, wo die Hersteller nachbessern sollten, steht die Softwarequalität erstmals an der Spitze, noch vor der Ladeleistung. Sie ist zudem das Thema, das sich gegenüber dem Vorjahr am deutlichsten verschlechtert hat.
Was heißt das für Hersteller?
Software und Fahrzeug-App sind bei einem Elektroauto kein Add-on, sondern zentraler Bestandteil des Fahrzeugs. Anbieter müssen wissen, auf welche Funktionen es ankommt. Die Studie zeigt detailliert, welche Funktionen wie genutzt werden, was Nutzer erwarten und wie die verschiedenen Lösungen bewertet werden.

4. Neu im Fokus: Warntöne
Die Hälfte der Befragten fühlt sich von Warn- und Hinweistönen im Fahrzeug gestört. Die Spannweite zwischen den Marken ist enorm und reicht von 29 % bis über 80 %. Allein die Warnungen der Fahrerassistenzsysteme machen 30 % aller genannten Probleme aus.
Was heißt das für Hersteller?
Warntöne sind eine Designentscheidung, keine technische Notwendigkeit. Die Studie zeigt, welche Töne als störend empfunden werden und welche Marken das Thema bereits gut gelöst haben.
5. Deutliche Unterschiede bei den Marken
Die Weiterempfehlungsbereitschaft (gemessen mit dem Net Promoter Score, NPS) fasst die Eindrücke zusammen. Dabei gehen die Marken immer weiter auseinander: Zwischen dem besten und dem schlechtesten Wert liegen 113 Punkte. Xpeng verteidigt die Spitzenposition, Tesla meldet sich auf Platz zwei zurück, gefolgt von Skoda und Porsche. Am anderen Ende des Rankings finden sich erneut Marken aus dem Hause Stellantis sowie MG.
Abhängig von der Marke sehen die Befragten große Unterschiede. In unserer Pressemeldung schreiben wir zu jeder Marke, wo die Stärken und Schwächen liegen.
Was heißt das für Hersteller?
Natürlich schaut jeder Verantwortliche auf die Performance der eigenen Marke. Aber auch der Blick auf die Wettbewerber ist wichtig. Oft bieten diese Marken bereits Features oder Konzepte an, die im eigenen Haus heiß diskutiert werden. Die Studie zeigt, wie diese beim Kunden ankommen. So können Manager und Entwickler vom Wettbewerber lernen. Das spart Zeit und viel Geld.

Zur Studie
Im Juni und Juli 2026 wurden insgesamt 4.004 E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach ihren Erfahrungen mit ihrem maximal drei Jahre alten E-Auto im Alltag befragt. Die Befragten wurden über Social Media rekrutiert, sind also nicht repräsentativ gegenüber dem „Durchschnittsfahrer“. Sie achten aufmerksamer auf die Details eines Fahrzeugkonzepts. Sie wertschätzen durchdachte Lösungen stärker und kritisieren nicht durchdachte Lösungen stärker als der Durchschnittskunde. Für Fahrzeughersteller ist ihr Urteil deshalb umso relevanter. Die EV Satisfaction Study ist Teil des USCALE-Portfolios zur Customer Journey von E-Mobilitätsnutzern und wurde zum siebten Mal durchgeführt.
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