Pressemitteilung: CPO / eMSP Charging Services Study 2026

Der Markt der Ladedienste konsolidiert sich: Das Geschäft macht (fast) nur einer

Pressemeldung zur CPO-eMSP Charging Services Study 2026

Der Lademarkt konsolidiert sich: Das Geschäft macht (fast) nur einer

Stuttgart, 07.10.2026.

Die gerade veröffentlichten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) sprechen eine deutliche Sprache: Mehr als jeder dritte Neuwagen in Deutschland fährt inzwischen vollelektrisch, fast doppelt so viele wie im Vorjahresmonat. Für Ladeanbieter kommt damit der lange erhoffte Aufschwung. Doch nicht alle profitieren gleichermaßen davon. Gewinnen werden vor allem die Anbieter, die bei den Kunden zur ersten Wahl werden.

Das zeigt die CPO/eMSP Charging Services Study 2026 von USCALE. Für die Ladedienste-Studie wurden im Juli 2026 insgesamt 2.507 Fahrende batterieelektrischer Fahrzeuge in Deutschland befragt.

Drei Ladedienste, ein Favorit

Im Schnitt nutzen E-Auto-Fahrende drei Ladedienste aktiv, Neueinsteiger sogar nur 2,4. Die Studie zu Ladeanbietern zeigt, dass einer von ihnen klar der Favorit ist: Auf ihn entfallen rund zwei Drittel aller Ladevorgänge und damit des Umsatzes (Grafik 1 im Presse-Handout). Die übrigen Dienste kommen situativ zum Einsatz: auf langen Strecken, an den Ladepunkten des jeweiligen Anbieters, beim Einkaufen oder wenn der Favorit vor Ort nicht verfügbar ist.

Energieversorger vorn, Ölkonzerne und Herstellerdienste dicht dahinter

Den größten Anteil an der Kundenpräferenz haben weiterhin die großen Energieversorger mit Angeboten wie EnBW mobility+, E.ON Drive und EWE Go. Es folgen die Ölkonzerne wie Aral pulse und Shell Recharge. Überraschend stark sind die Ladedienste der Automarken auf Platz drei, also Ladeverträge unter der Marke des Autoherstellers, die Kunden direkt beim Hersteller bzw. Händler abschließen (Grafik 2).

Reine Ladenetzbetreiber wie IONITY, Fastned oder Allego folgen bei EV-Fahrenden (ohne Tesla) erst auf Platz vier. Der Einzelhandel mit Aldi, Lidl und Edeka holt auf, während Stadtwerke und Roaminganbieter Nischenanbieter bleiben.

Eine Sonderrolle spielt Tesla: 88% der Tesla-Fahrenden nutzen die Supercharger. Unter den Fahrenden anderer Marken spielen die Supercharger bisher nur eine untergeordnete Rolle: Nur 13% der Nicht-Tesla-Fahrenden nutzen Tesla Supercharger, nur 3% nutzen sie bevorzugt.

Bekanntheit allein reicht nicht

Wie gut Anbieter aus Bekanntheit tatsächliche Nutzung machen, unterscheidet sich stark. Über alle untersuchten Anbieter hinweg kommen auf eine Nutzerin eines Ladedienstes rund 1,2 EV-Fahrende, die den Anbieter kennen, aber nicht nutzen. Die Herstellerdienste, EnBW mobility+, Aral pulse und Shell Recharge verzeichnen eine hohe Nutzung: Unter denen, die die Marke kennen, haben sie mehr Nutzer als Nicht-Nutzer. Bei Anbietern wie E.ON Drive, IONITY, EWE Go, Allego oder Vattenfall ist es umgekehrt: Hier kommt auf jede Nutzerin mehr als eine Nicht-Nutzerin (Grafik 3).

Dabei liegt es selten an Ablehnung. Die meisten Nicht-Nutzer sehen die Anbieter, die sie kennen, positiv oder neutral. Rund ein Drittel ist offen dafür, einen bekannten, aber bisher nicht genutzten Dienst auszuprobieren. Das Potenzial ist also da.

Auch die Nutzerinnen selbst sind zufrieden. Acht Anbieter erreichen einen Net Promoter Score von über 40 Punkten, darunter die Ladedienste der Autohersteller (53), Tesla (52), IONITY (49), Shell Recharge (48) und Aral pulse (47) (Grafik 4). Unter Tesla-Fahrenden kommen die Supercharger sogar auf 62 Punkte. Zum Vergleich: Der Durchschnitt der deutschen Energiebranche liegt bei 17 Punkten.

Anbieter müssen sich klar positionieren

Über alle Anbieter hinweg zählen für die Präferenz vor allem drei Dinge: passende Standorte, eine hohe Zuverlässigkeit und eine einfach bedienbare App. Bei Zuverlässigkeit und App darf sich kein Anbieter Schwächen leisten. Preise spielen vor allem bei der Entscheidung für einen Ladedienst eine wichtige Rolle, später verlieren sie entgegen den Erwartungen an Bedeutung.

Spannend wird es danach: Wie EV-Fahrende die einzelnen Marken wahrnehmen und warum sie einen Anbieter bevorzugen, unterscheidet sich deutlich. Zum Beispiel punkten die Herstellerdienste mit ihrer Integration ins Fahrzeug. Mit EnBW mobility+ verbinden die Fahrenden eine gute Abdeckung unterwegs, mit Aldi und Lidl günstige Ad-hoc-Preise. Wer zur ersten Wahl werden will, braucht ein Profil, das zu seinen Kunden passt.

„Öffentliches Laden wird für immer mehr E-Auto-Fahrende zum Normalfall, und die Ladeanbieter liefern. Das zeigt die hohe Zufriedenheit“, sagt Dr. Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer von USCALE. „Zuverlässigkeit und eine gute App sind die Pflicht. Bei der Kür setzen die Kunden je nach Anbieter ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Wer weiß, wofür ihn seine Kunden schätzen, kann gezielt zur ersten Wahl werden. Mit der Studie unterstützen wir Ladeanbieter in ihrer Strategiearbeit.“

Zur Studie

Für die CPO/eMSP Charging Services Study 2026 wurden im Juli 2026 insgesamt 2.507 Fahrende rein batterieelektrischer Fahrzeuge in Deutschland befragt, die öffentlich laden. Die Studie wird in diesem Jahr zum achten Mal in Folge durchgeführt. Sie zeigt, wie sich der Lademarkt mit dem Hochlauf der Elektromobilität entwickelt, d. h. welche Ladedienste wie und warum genutzt werden, nach welchen Kriterien EV-Fahrende ihren Anbieter wählen und wie sie die größten Ladeanbieter wahrnehmen. Für jeden Anbieter zeigt ein Brand Health Funnel, wo er Kunden gewinnt und verliert. USCALE bietet den ausführlichen Studienbericht mit Analyse-Dashboard und Conjoint-Simulator als Lizenz an.

Weitere Unterlagen

Weitere Informationen zur Studie
Presse-Handout mit Grafiken

Zu USCALE

USCALE ist ein auf Elektromobilität spezialisiertes Marktforschungsunternehmen mit Sitz in Stuttgart. Das Unternehmen begleitet Hersteller, Infrastrukturanbieter und Flottenbetreiber mit datenbasierter Marktforschung und Strategieberatung.

Kontakt

USCALE GmbH, Silberburgstraße 112, 70176 Stuttgart, +49 711 620014-0, media@uscale.digital