Blog: Fleet Electrification – Pain-Points der Fuhrparks und Chancen für Anbieter

Die Fleet Charging Study 2026 zeigt: Flotten sind auf dem Weg. Besonnen, aber entschlossen. Für Anbieter, die jetzt die richtigen Weichen stellen, entstehen langfristige Kundenbeziehungen.

Fleet Charging Study 2026: Gewerbliche Fuhrparks auf dem Weg zur Elektrifizierung

Die IAA TRANSPORTATION 2026 im September wirft ihre Schatten voraus und auch auf der Power2Drive in München war Truck Charging auf jedem zweiten Messestand ein Thema.

Die Frage ist für viele Flotten also nicht mehr ob, sondern wie sie das Thema jetzt klug anpacken.

Für uns war das Anlass genug, unsere Fleet Charging Study 2026 neu aufzulegen. Mit 1.213 Teilnehmenden haben wir die Stichprobe verdoppelt. So können wir deutlich genauer zeigen, wie der Markt funktioniert und worauf es ankommt.

Wir haben uns unter anderem folgende Fragen angesehen:

  • Wer elektrifiziert wie? Worauf kommt es den Branchen und Unternehmen an?
  • Welche Ladelösungen werden im Depot gesucht? Nach welchen Kriterien entscheiden Unternehmen?
  • Wie sieht der Purchase-Funnel aus?
  • Wie arbeiten Lademanagement- und Fuhrparkmanagementsystem zusammen?
  • Welche Anbieter liegen beim öffentlichen Laden vorne? Welche Kriterien entscheiden?

Hier ein paar ausgewählte wichtige Ergebnisse der Fleet Charging Study 2026:

Kosten sind nicht mehr die größte Hürde

Vor zwei Jahren war Kosten der Hauptgrund, warum Flotten zögerten. Heute zeigt die Studie ein anderes Bild: Alle drei Kostenarten (Fahrzeuge, Ladetechnik, Strom) sind seit 2024 um über 40% zurückgegangen.

Was heißt das für Anbieter?

Das Fenster steht offen. Flotten sind bereit, den nächsten Schritt zu gehen. Wer jetzt Vertrauen aufbaut und mit seinen Kunden mitwächst, sichert sich den langfristigen Vorteil.

Nach der Pilotphase dreht sich das Bild

Wer startet, bewertet die Elektrifizierung zunächst häufig als schwieriger als erwartet. Wer die erste Phase hinter sich hat, sieht das Thema deutlich entspannter.

Was heißt das für Anbieter?

Gerade die erste Phase ist entscheidend. Die Studie zeigt im Detail, an welchen Punkten Anbieter Vertrauen aufbauen und sich langfristig positionieren können.

Lademanagement rückt ins Zentrum

Während 2024 das Fuhrparkmanagementsystem (FPMS) der natürliche Ankerpunkt war, gewinnt die Lademanagementsoftware (LMS) mit zunehmendem Umsetzungsstand an Bedeutung.

Mich hat dabei überrascht, wie viele Unternehmen sich inzwischen vorstellen können, die beiden Systeme nicht nur über Schnittstellen zu verknüpfen. Anbieter von LMS haben gute Chancen, große Teile des FPMS zu übernehmen. Es braucht wenig Fantasie, sich vorzustellen, welche Möglichkeiten daraus entstehen.

Was heißt das für Anbieter?

Lademanagement-Systeme werden zu einem Kern-Bestandteil der Unternehmens-IT. Die Frage der Systemintegration wird für Anbieter zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal. Die Studie zeigt, welche Integrationsszenarien funktionieren, welche Daten im Alltag wirklich gebraucht werden und wo Anbieter heute noch Lücken haben.

Der Markt um den Ladestrom unterwegs ist nicht entschieden

Akzeptanznetzwerke, Mineralölunternehmen und CPOs liegen in der Gunst der Flotten eng beieinander. Preis und Netzabdeckung dominieren, aber Systemintegration wird zum wachsenden Faktor. Wer hier schneller liefert, verbessert seine Chancen deutlich.

In unserer Studie untersuchen wir die Profile der großen Anbieter und Anbietergruppen. Ich war sehr überrascht, wie klar die Profile ausfallen.

The Charging Preference Matrix - Fleet

Was heißt das für Anbieter?

Die Anbieter sprechen heute sehr unterschiedliche Zielgruppen an. In unserer Studie analysieren wir die Profile der großen Anbietergruppen und zeigen, wer welche Zielgruppen erreicht und wer welche Potenziale hat.

Fuhrpark-Archetypen für die Elektrifizierung

Die Fülle der Daten aus unserer Studie ist groß. Deshalb ist die Auswertung noch nicht abgeschlossen. In den nächsten Wochen entwickeln wir aus den Ergebnissen sogenannte Unternehmens-Archetypen für die Elektrifizierung ihrer Flotten.

Was heißt das für Anbieter?

Die Vielzahl an Konstellationen, mit denen Anbieter auf der Seite der Unternehmen zu tun haben, ist so groß, dass eine Segmentierung des Marktes notwendig ist. Sie bringt Ordnung ins Chaos und macht die Vielfalt beherrschbar. Das hilft Anbietern, ihre Lösungen in klar verständliche Pakete zu übersetzen, die genau zu den jeweiligen Archetypen passen.

Wie geht es weiter? Wer macht das Rennen?

Es gibt also viel zu tun und das ist gut so! Die Flotten stehen zur Elektrifizierung. Die meisten haben strategische Ziele, gehen aber taktisch mit dem nötigen Augenmaß für Investitionsrisiken und technologische Dynamik an die Arbeit.

Die Elektrifizierung der Flotten ist ein Marathon. Genau deshalb ist es so wichtig, am Start die richtigen Weichen zu stellen.

Wichtigstes Kaufkriterium für die Unternehmen ist die Erweiterbarkeit. Wer den Fuß in der Türe hat, kann sich auf eine lange Kundenbeziehung freuen. Entsprechend wichtig ist es also, gleich zu Beginn zu verstehen, worauf es ankommt. Die Fleet Charging Study liefert dafür die Entscheidungsgrundlagen: datenbasiert, praxisnah und mit klarem Blick auf die Perspektive der Flotten.

Zur Studie

Für die Fleet Charging Study 2026 wurden im April 2026 insgesamt 1.213 Fuhrparkentscheider in Deutschland befragt. 873 davon arbeiten an der Elektrifizierung ihrer Flotten, 340 noch nicht. Die Studie liefert detaillierte Auswertungen zu Zielen und Hürden der Elektrifizierung, zur Ladeinfrastruktur am Depot, unterwegs und zuhause, zu Anbieterauswahl und Systemintegration sowie zur Perspektive von E-LKW-Fahrern. Bei der Entwicklung des Fragebogens und der Rekrutierung von E-LKW-Fahrern wurde USCALE unterstützt von eTrucker (www.etrucker.io).

Die vollständigen Ergebnisse stellen wir im Rahmen von Lizenzvereinbarungen zur Verfügung. Gerne inkl. Präsentation der wichtigsten Insights für Ihr Team oder weiterer Analysen, wenn gewünscht.

Weitere Infos:

Ihr Nutzen aus der Studie

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