Pressemitteilung: 5-Market Bidirectional Charging Study 2026

Neue USCALE-Studie: Großes Interesse, geringe Kaufbereitschaft. Bisher sieht nur jeder sechste E-Auto-Fahrer echten Mehrwert.

5-Market Bidirectional Charging Study 2026

5-Market bidirectional Charging Study 2026: Technik bereit, Markt noch nicht

Neue USCALE-Studie: Großes Interesse, geringe Kaufbereitschaft. Bisher sieht nur jeder sechste E-Auto-Fahrer echten Mehrwert.

Stuttgart, 16.06.2026 – Bidirektionales Laden gilt als Schlüssel zur Energiewende. Netzbetreiber, Hersteller und Politik setzen große Erwartungen in die Technologie. Doch eine neue Studie Studie zum Marktpotenzial des bidirektionalen Ladens zeigt: Zwischen medialem Hype und tatsächlicher Kaufbereitschaft klafft eine erhebliche Lücke.

Gemäß der 5-Länder-Studie liegt die erreichbare Zielgruppe unter den aktuellen E-Auto-Fahrern bei 17 Prozent, unter den Verbrennerfahrern (als zukünftigen E-Auto-Fahrern) bei 6 Prozent.

Für die Bidirectional Charging Study 2026 hat USCALE über 10.000 Personen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Schweden befragt. Die Studie erscheint zum richtigen Zeitpunkt: Bidirektionales Laden steht auch in diesem Jahr im Fokus der Power2Drive-Messe, die am 23. Juni in München öffnet.

Bekanntheit des bidirektionalen Ladens: hoch

Nicht jeder Autofahrer kommt für die Teilnahme am bidirektionalen Laden überhaupt in Frage. Wer keinen privaten Stellplatz hat, kann sein Auto zuhause nicht mit dem Netz verbinden, wenn er parkt. Unter den E-Auto-Fahrern mit einem privaten Stellplatz wissen rund 38 Prozent, was bidirektionales Laden ist. Weitere 34 Prozent geben an, den Begriff schon einmal gehört zu haben. Auch unter Verbrenner-Fahrern mit eigenem Stellplatz zuhause ist die Technologie bekannter als erwartet: Immerhin 20 Prozent kennen die Technologie, weitere 32 Prozent immerhin den Begriff.

Interesse am bidirektionalen Laden: ja, Umsetzung eher nein

Stellt man den Befragten die Grundidee des bidirektionalen Ladens vor, finden die Befragten in den fünf Ländern die Technologie zunächst attraktiv: 53 Prozent der BEV-Fahrer können sich vorstellen, bidirektionales Laden zu nutzen. Unter den Verbrennerfahrern mit eigenem Stellplatz sind es immerhin 22 Prozent.

Müssen die Befragten die möglichen Vor- und Nachteile bewerten, ändert sich ihre Meinung: Unter der Annahme ausreichender Erlöse und akzeptabler Investitionen sinkt der Anteil derer, die einen nennenswerten Mehrwert in bidirektionalem Laden für sich persönlich sehen und eine Investition in Betracht ziehen, deutlich. Die realistisch adressierbare Zielgruppe unter den BEV-Fahrern sinkt dann auf 17 Prozent, bei den Verbrenner-Fahrern auf 6 Prozent. 

Sind die Angebotsbedingungen aus Nutzersicht nicht attraktiv, fällt der Anteil der erreichbaren Kunden weiter ab. Bei sehr attraktiven Angebotsbedingungen kann der Anteil noch etwas ansteigen.

Was am bidirektionalen Laden wirklich motiviert

Unter den Nutzungstreibern stehen erwartete Kosteneinsparung, die Freude an technologischer Innovation und der ökologische Nutzen auf den ersten Plätzen. Bei Vehicle-to-Home sind weiterhin die gefühlte Energieunabhängigkeit und die Nutzung eigener PV-Energie als Motive wichtig. Für Anbieter bieten diese Befunde eine klare Grundlage, auf der sich überzeugende Vermarktungsargumente entwickeln lassen.

Die Nachteile sind nicht zu unterschätzen

Den Vorteilen stehen handfeste Nachteile gegenüber. Der größte Bremsklotz ist die nötige Vorabinvestition in die passende Ladeinfrastruktur zu Hause. Hinzu kommen Bedenken wegen möglicher Batteriealterung, Unsicherheiten rund um eine noch nicht ausgereifte Technologie und der als hoch empfundene Aufwand im Alltag.

Kombinierte Angebote von OEMs und Technologiepartnern, die Fahrzeug, Ladeinfrastruktur und Garantien bündeln, können die Vorbehalte teilweise adressieren. Bis sich breites Vertrauen etabliert hat, bleibt die Aufklärung eine zentrale Aufgabe aller Marktakteure.

Zitat Dr. Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer der USCALE GmbH:

„Die Technologie ist bereit, aber bidirektionales Laden löst vor allem ein Problem der Energieversorger mit dem stockenden Netzausbau. Ohne die Nutzer geht die Rechnung nicht auf. Die Studie zeigt, dass die Nutzer noch überzeugt werden müssen.“

Über die Bidirektional Charging Study

Für die Bidirectional Charging Study 2026 wurden im Februar 2026 rund 10.000 Personen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Schweden befragt (pro Land jeweils über 800 BEV-Fahrer sowie über 1.200 Verbrenner-Fahrer als Referenzgruppe). Die Studie deckt Bekanntheit und Einstellung, technische und persönliche Readiness, Produkt-Market-Fit, Zahlungsbereitschaft, Erlöserwartungen sowie Kauf- und Integrationsanforderungen für Vehicle-to-Home, Vehicle-to-Grid und Vehicle-to-Building ab. Für die Berechnung der erreichbaren Zielgruppe wurde der Pain-Gain-Ansatz genutzt (Link zur Methode).

Weitere Unterlagen:

Weitere Informationen zur Studie
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USCALE ist ein auf Elektromobilität spezialisiertes Marktforschungsunternehmen in Deutschland. Mit einem eigenen Panel von über 10.000 E-Auto-Fahrern liefern die Customer-Insights-Studien von USCALE strukturierte Einblicke in die Pain Points der Nutzer und die Potenziale für alle Anbieter im Markt der Elektromobilität.

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