Zufriedenheit erneut gestiegen, aber große Unterschiede zwischen den Marken

Elektroauto-Zufriedenheitsstudie 2026: Zufriedenheit erneut gestiegen, aber große Unterschiede zwischen den Marken
Die Zufriedenheit mit Elektroautos erreicht einen neuen Höchststand. Eine aktuelle Befragung unter rund 4.000 Elektroautofahrerinnen und -fahrern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt: Reichweite und Ladeleistung legen weiter zu. Gleichzeitig wachsen auch die Ansprüche. Nicht alle Marken können mithalten.
Stuttgart, 20.10.2026 – Die Zufriedenheit der E-Auto-Fahrenden mit vollelektrischen Fahrzeugen steigt das dritte Jahr in Folge. Der sogenannte Net Promoter Score (NPS), eine Kennzahl für Weiterempfehlungsbereitschaft, ist in der aktuellen USCALE EV Satisfaction Study 2026 von 33 auf 38 Punkte im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Zeitreihe. Über alle Marken hinweg würden 53% der Befragten ihr Fahrzeug aktiv weiterempfehlen (vgl. Presse-Handout), 15% raten ab, die übrigen 32% sind neutral.
Fahrzeuge werden besser, Ansprüche wachsen mit
Die Hersteller liefern weiter Fortschritte bei Reichweite und Ladeleistung. 59% der Fahrzeughalterinnen und -halter berichten inzwischen von einer echten Sommerreichweite von über 400 Kilometern (2025: 50%). 77% der E-Autos verfügen über eine DC-Ladeleistung von 150 kW oder mehr (2025: 75%). Gleichzeitig steigen die Erwartungen. Eine Sommerreichweite von 400 Kilometern bewerten nur noch 75% als gut oder sehr gut (2025: 79%), und nur 15% halten sie noch für sehr gut. 2023 waren es doppelt so viele. Noch deutlicher ist die Entwicklung beim Laden: Nur noch 58% bewerten eine Ladeleistung von 150 kW als gut oder sehr gut (2025: 65%).
Laden bleibt das größte Problemfeld
Trotz aller Fortschritte bei der Technik bleibt das Laden im Alltag die größte Baustelle. 71% der Befragten berichten von Problemen beim Laden (2025: 73%). Am häufigsten genannt werden Schwierigkeiten beim Start des Ladevorgangs und eine unerwartet niedrige Ladeleistung. Auch die Ladesäulensuche im Navigationssystem schneidet schlecht ab: Nur 43% halten das Konzept für gut umgesetzt, 56% sehen Verbesserungsbedarf.
Software und Konnektivität: Die Sorgenkinder bleiben
Auch bei der häufig kritisierten Auto-Software zeigt sich noch kein Durchbruch. 48% der E-Auto-Fahrenden melden Probleme mit ihrer Connect-App (2025: 50%). Die Unterschiede zwischen den Marken sind enorm: Bei Tesla berichten nur 8% von App-Problemen, bei Opel 92%. Bei der Frage, wo die Hersteller nachbessern sollten, steht die Softwarequalität mit 44% an erster Stelle, noch vor der Ladeleistung (42%), der Connect-App (39%), der Routenplanung (35%) und der Reichweite (34%). Während sich Reichweite, Verbrauch und Ladeleistung gegenüber dem Vorjahr verbessert haben, wird die Softwarequalität noch häufiger kritisiert als 2025.
Warntöne nerven die Hälfte der Fahrenden
Ein neues Ärgernis sind Warn- und Hinweistöne im Fahrzeug. Die Hälfte der Befragten fühlt sich davon gestört. Die Spannweite zwischen den Marken zeigt, dass es sich um eine Designentscheidung und keine technische Notwendigkeit handelt: Bei Mini fühlen sich nur 29% gestört, bei Kia und Hyundai sind rund 80%. Allein die Warnungen der Fahrerassistenzsysteme stören 30% aller Befragten.
Erhebliche Unterschiede bei den Marken
Die Weiterempfehlungsbereitschaft fällt je nach Marke sehr unterschiedlich aus. XPENG verteidigt seine Spitzenposition. Tesla kehrt nach Platz 6 im Vorjahr auf Platz zwei zurück, gefolgt von Skoda und Porsche. Am Ende des Rankings stehen erneut Marken aus dem Hause Stellantis mit Opel und Fiat, außerdem MG. Die chinesischen Anbieter zeigen ein gemischtes Bild: XPENG führt, BYD und der Neueinsteiger Leapmotor landen im Mittelfeld, Smart und MG enttäuschen.

Stärken und Schwächen der E-Auto-Marken:
- Xpeng liegt in nahezu allen Kategorien deutlich über dem Durchschnitt. Besonders überzeugt sind die Kunden von Ladeleistung, Lademanagement und Reichweite. Die Connect-App hat sich gegenüber dem Vorjahr massiv verbessert. Größte Schwäche bleibt die Routenplanung, auch der Verbrauch wird häufiger kritisiert als 2025.
- Tesla kehrt auf Platz zwei zurück und überzeugt in fast allen E-spezifischen Disziplinen, allen voran bei Software, Connect-App, Routenplanung und Verbrauch. Kritisch bleibt die Ladeleistung, die mehr als jeder zweite Tesla-Fahrer bemängelt. Dazu kommt Kritik an Akustik- und Verarbeitungsqualität, die sich aber verbessert hat. Viele weitere Verbesserungswünsche betreffen die Fahrerassistenzsysteme.
- Skoda klettert auf Platz drei. Der Elroq verbessert sich gegenüber dem Enyaq in fast allen Bereichen. Handlungsbedarf sehen die Fahrer weiterhin bei Routenplanung und Softwarequalität.
- Porsche überzeugt weiterhin mit herausragender Ladeleistung und hoher Verarbeitungsqualität. Unterdurchschnittlich bewertet werden die Softwarequalität und die Routenplanung.
- Hyundai überzeugt mit hoher Reichweite und Ladeleistung und verbessert sich in fast allen Bereichen.
- BMW punktet mit Software, Connect-App, Routenplanung und Lademanagement. Die „neue Klasse“, die seit Mitte 2026 auf dem Markt ist, ist in der Studie noch nicht enthalten.
- Kia punktet mit guter Reichweite und einer deutlich verbesserten Softwarequalität. Die Routenplanung bleibt ein Schwachpunkt.
- Polestar überzeugt weiterhin mit Bedienkonzept, Routenplanung und Connect-App. Handlungsbedarf sehen die Kunden beim Verbrauch, bei der Softwarequalität und bei der Geräuschdämmung.
- Mercedes macht dank der neuen MMA-Plattform mit CLA und GLB einen großen Sprung bei Reichweite, Verbrauch und Ladeleistung. Die Connect-App wird überdurchschnittlich gut bewertet. Die Software- und Ausführungsqualität werden jedoch häufiger kritisiert als im Vorjahr, gerade bei den neuen Modellen.
- Ford profitiert vom Explorer, der den Mustang Mach-E in den meisten Disziplinen übertrifft. Beim Verbrauch hat sich die Marke gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Große Schwäche bleibt die Connect-App, auch die Ladeleistung wird kritisiert.
- BYD bescheinigen seine Nutzer eine überzeugende Software, Connect-App und Routenplanung. Bei der Ladeleistung gibt es zwar Fortschritte, dennoch sehen die Fahrer hier wie auch beim Verbrauch und bei der Bedienung großen Handlungsbedarf.
- Volkswagen liegt insgesamt unter dem Durchschnitt. Der ID.7 überzeugt mit besserer Reichweite, geringerem Verbrauch und höherer Ladeleistung als ID.3, ID.4 und ID.5. Software und Connect-App bleiben jedoch die großen Baustellen der Marke.
- Leapmotor ist erstmals im Ranking vertreten und startet im Mittelfeld. Die Kunden loben Reichweite und Connect-App. Deutlichen Verbesserungsbedarf sehen sie bei Bedienkonzept und Routenplanung.
- Renault überzeugt mit Routenplanung und Software. Die geringe Ladeleistung und Probleme mit der Connect-App belasten die Marke.
- Cupra bleibt unter dem Durchschnitt. Trotz Verbesserungen bei der Connect-App kämpft die Marke weiterhin mit Problemen bei App und Software, auch die Ladeleistung wird kritisiert.
- Volvo punktet mit der Google-basierten Routenplanung. Der Verbrauch hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert, bleibt aber gemeinsam mit Reichweite und Software der größte Kritikpunkt.
- Smart überzeugt mit Ladeleistung, Reichweite und Lademanagement. Deutlichen Verbesserungsbedarf sehen die Fahrer bei Verbrauch, Routenplanung, Software, Bedienung und App.
- Audi hat sich mit dem A6/Q6 e-tron bei Reichweite und Ladeleistung deutlich verbessert. Gleichzeitig wird die Software noch häufiger kritisiert als im Vorjahr. Auch die Connect-App und die Fahrzeugqualität bleiben deutlich hinter den Erwartungen.
- MG überzeugt mit Reichweite und Ausstattung, zeigt aber deutliche Schwächen bei Software und Connect-App.
- Fiat punktet weiterhin mit niedrigem Verbrauch. Große Probleme zeigen sich bei Reichweite, Lademanagement und Connect-App.
- Opel bildet erneut das Schlusslicht. 92% der Opel-Fahrer berichten von Problemen mit der Connect-App. Dazu kommen massive Schwächen bei Lademanagement, Software und Bedienung.
Zur Studie
Im Juni und Juli 2026 wurden insgesamt 4.004 E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach ihren Erfahrungen mit ihrem maximal drei Jahre alten E-Auto im Alltag befragt. Die Befragten wurden über Social Media rekrutiert, sind also nicht repräsentativ gegenüber dem „Durchschnittsfahrer“. Sie achten aufmerksamer auf die Details eines Fahrzeugkonzepts. Sie wertschätzen durchdachte Lösungen stärker und kritisieren nicht durchdachte Lösungen stärker als der Durchschnittskunde. Für Fahrzeughersteller ist ihr Urteil deshalb umso relevanter. Die EV Satisfaction Study ist Teil des USCALE-Portfolios zur Customer Journey von E-Mobilitätsnutzern und wurde zum siebten Mal durchgeführt.
Zitat
Dr. Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer der USCALE GmbH:
„Die E-Auto-Fahrer sind so zufrieden wie nie. Aber sie werden auch immer anspruchsvoller. Was gestern noch begeistert hat, ist heute Standard. Die Hersteller haben bei Reichweite und Laden ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt entscheidet sich der Wettbewerb bei Software, Konnektivität und einem reibungslosen Ladeerlebnis. Wer hier nicht liefert, fällt zurück, und das sieht man im Ranking deutlich.“
Weitere Unterlagen:
PRESSE-HANDOUT mit weiteren Graphiken
Weitere Informationen zur Studie
Übersicht aller Studieninhalte
Zu USCALE
USCALE ist ein auf Elektromobilität spezialisiertes Marktforschungsunternehmen mit Sitz in Stuttgart. Das Unternehmen begleitet Hersteller, Infrastruktur- und Ladedienstanbieter mit datenbasierter Marktforschung und strategischer Beratung.
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