Warum Bezahlen an der Ladesäule so frustriert und was Anbieter tun können
Charging Payment Study 2026: Warum Bezahlen an der Ladesäule so frustriert und was Anbieter tun können
Stuttgart, 03.02.2026 – Ladeleistung, Reichweite und Infrastruktur haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Doch ein zentraler Schmerzpunkt bleibt : Bezahlen an der Ladesäule sorgt weiterhin für Frust bei Elektroautofahrenden.
Die USCALE Charging Payment Study 2026 untersucht erstmals umfassend das Bezahlverhalten von EV-Fahrenden in Deutschland. Die repräsentative Studie untersucht die Erwartungen der Nutzenden, beschreibt, welche Bezahlmethoden tatsächlich genutzt werden, warum Wunsch und Realität so weit auseinanderfallen und welche Payment-Strategien Betreiber jetzt benötigen.
„Es mangelt nicht an Bezahloptionen, aber keine überzeugt“, sagt Dr. Axel Sprenger, Geschäftsführer von USCALE. „Für Anbieter ist das ein Problem. Unsere Daten zeigen nämlich, dass Payment ein wichtiger Faktor für die Wahl des Ladedienstes und den Hochlauf der eMobilität ist.“
Wunsch und Wirklichkeit beim Bezahlen klaffen auseinander
EV-Fahrende nutzen mehrere Bezahlmethoden an öffentlichen Ladesäulen: Im Durchschnitt nennen die Befragten 2 bis 3 Methoden, die sie regelmäßig nutzen. Trotz einer großen Auswahl an Bezahlmöglichkeiten nutzen EV-Fahrende nicht immer die Bezahlmethode, die sie eigentlich bevorzugen. In einer idealen Welt würden die Befragten am liebsten Plug and Charge nutzen oder direkt ad-hoc bezahlen: Die beiden Methoden werden von 40 bzw. 29% der Befragten bevorzugt, aber nur von 49% bzw. 55% zumindest gelegentlich genutzt (siehe Grafik im Presse-Handout anbei). Umgekehrt verhält es sich bei Ladekarte und Lade-App: Sie werden nur von 13% bzw. 17% der Befragten bevorzugt, aber von 70% bzw. 77% genutzt. Zwischen gewünschtem und tatsächlichem Bezahlverhalten besteht also eine deutliche Lücke.
Einer der vielen Gründen liegt in der fehlenden flächendeckenden Verfügbarkeit bestimmter Bezahlmethoden, wie etwa Plug and Charge / Autocharge. Selbst an DC-Ladesäulen wird diese Möglichkeit nicht durchgängig angeboten. Dort, wo sie verfügbar ist, fallen oft hohe Roamingaufschläge an, wenn kein Vertrag mit dem jeweiligen Anbieter besteht. Da in den meisten Fahrzeugen nur ein Vertrag hinterlegt werden kann, ist das entsprechend häufig der Fall.
Auch Direkt-Bezahlen (Ad-hoc), die Nummer zwei in der Präferenzliste, bleibt hinter den Erwartungen vieler Befragter zurück. Ad-hoc steht nicht an allen Ladesäulen zur Verfügung. Dort, wo die Bezahlmöglichkeit vorhanden ist, wird der Bezahlvorgang oft als umständlich und wenig intuitiv wahrgenommen.
Viele Bezahlmöglichkeiten – keine überzeugt
Die Studie kommt zu dem Ergebnis: Keine der heute etablierten Bezahlmethoden erfüllt die Erwartungen der Nutzer:innen vollständig. Jede Methode bringt spezifische Vor- und Nachteile mit sich und adressiert unterschiedliche Bedürfnisse.
Die Vorteile der einen Bezahlmethode sind häufig die Nachteile einer anderen. Dadurch gelingt es keiner Lösung, alle Grundbedürfnisse, wie Einfachheit, Kostenkontrolle, Transparenz oder Komfort gleichermaßen zu erfüllen.
Die Vielzahl der Möglichkeiten führt daher nicht automatisch zu höherer Zufriedenheit. Viele EV-Fahrerinnen und -Fahrer attestieren dem heutigen Ökosystem rund ums Bezahlen einen erheblichen Verbesserungsbedarf.
Zitat Dr. Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer der USCALE GmbH:
„Solange Bezahlen beim Laden so unbefriedigend bleibt, frustriert das nicht nur die 4% aktuellen EV-Fahrenden. Der sogenannte Ladedschungel hält auch viele Interessierte im nächsten Segment vom Umstieg auf ein E‑Auto ab.“
Über die Studie
Für die Charging Payment Study 2026 wurden im November 2025 insgesamt 1.510 E‑Auto-Fahrerinnen und ‑Fahrer in Deutschland befragt. Die Studie liefert detaillierte Auswertungen zum tatsächlichen und gewünschten Einsatz von Closed-Loop- und Open-Loop-Bezahlmethoden, den bevorzugten Zahlungsmitteln, zu Payment-Personas, innovativen Bezahlverfahren, der Bedeutung von Beleg und Rechnungsstellung sowie zu Implikationen für Ladesäulenbetreiber (CPOs), Ladesäulen- und Autohersteller und Payment-Service-Dienstleistern.
Weitere Unterlagen:
PRESSE-HANDOUT mit Graphiken
Weitere Informationen zur Studie
Übersicht aller Studieninhalte
zu USCALE
USCALE ist ein Beratungs- und Marktforschungsunternehmen zur Elektromobilität mit Sitz in Stuttgart. Basis der Arbeit von USCALE sind Customer-Insights-Studien zu allen Touchpoints der e-mobilen Customer Journey. Mit einem eigenen Panel von über 10.000 E-Auto-Fahrern liefert USCALE mit seinen Studien strukturiert die Pain Points der Nutzer und die Potenziale für alle Anbieter im Markt der Elektromobilität.
Kontakt
USCALE GmbH, Silberburgstraße 112, 70176 Stuttgart, +49 711 620014-0, media@uscale.digital