Pressemeldung: Public Charging Study 2025

Deutschlands Ladesäulen glänzen auf der Autobahn – aber in den Städten klemmt es noch

Public Charging Study 2025: Deutschlands Ladesäulen glänzen auf der Autobahn – aber in den Städten klemmt es noch

Stuttgart, 14.01.2026 – Während viele E-Auto-Pioniere auf dem Land leben und zu Hause laden, wächst die Zahl der E-Fahrenden in Städten. Dort wohnen sie häufiger in Mehrfamilienhäusern ohne eigene Lademöglichkeit und sind daher auf öffentliche Ladepunkte angewiesen (siehe Grafik 1 und 2).

In Städten spielt die Ladeleistung für die Wahl des Ladeorts eine deutlich größere Rolle als auf Autobahnen: 18% der Befragten nennen sie als entscheidenden Faktor (Autobahn: 7%, siehe Grafik 3).

Die Ursachen liegen im aktuellen Angebot: Auf Autobahnen sind mit 300 kW fast überall hohe Ladeleistungen verfügbar. 300 kW übersteigt allerdings die Möglichkeiten der meisten E-Autos. Die geringe Bedeutung der Ladeleistung auf Autobahnen ist also ein Zeichen dafür, dass die Erwartungen der E-Mobilisten heute meist erfüllt oder sogar übertroffen werden und andere Faktoren wie die Ausstattung vor Ort wichtiger sind.

Ganz anders in den Städten: Hier gibt es nur wenige Angebote mit hoher Ladeleistung; lediglich 20% der EV-Fahrer:innen geben an, an innerstädtischen sogenannten HPC-Hubs zu laden. Deshalb sind auch die begrenzten Plätze im Einzelhandel und am Straßenrand sehr begehrt und vielgenutzt. Ein Knackpunkt sind die AC-Ladepunkte: Da die meisten E-Autos beim AC-Laden nur 11 kW aufnehmen können, dauert das Laden entsprechend lang und oft über die blockiergebührenfreie Parkzeit hinaus. Studienleiter Axel Sprenger sieht hier auch die Autohersteller in der Pflicht: „Mit einer AC-Ladeleistung von 22 kW könnten viele E-Autos doppelt so schnell laden und die vorhandene Infrastruktur effizienter genutzt werden.“

Der Preis bleibt insgesamt das wichtigste Kriterium bei der Wahl einer Ladesäule. Entlang der Autobahnen, wo das Angebot bereits gut ausgebaut ist, spielt er eine vergleichsweise große Rolle. In Städten verliert er leicht an Bedeutung, da andere Faktoren wie Ladeleistung oder Verfügbarkeit den Ausschlag geben.

Das macht dynamische Preismodelle und Rabattaktionen zur Steuerung der Auslastung besonders interessant. Eine entsprechende Analyse dazu hat das auf Datenanalyse im E-Lade­markt spezialisierte Unternehmen elvah gerade in einem Whitepaper veröffentlicht.

Zitat Dr. Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer der USCALE GmbH:

„Wer in der Stadt wohnt und weder zuhause noch beim Arbeitgeber laden kann, hat ein Problem. Dann wird Laden zur echten Herausforderung. Hier fehlt es an allem: HPC-Ladehubs, DC-Lader im Retail, AC-Lader am Straßenrand und in Wohngebieten. Die Politik hat sich bisher hauptsächlich auf die großen Verkehrsachsen fokussiert. Lademöglichkeiten in den Innenstädten „liefen mit“. Solange sich das nicht ändert, bleibt elektrisch Fahren vor allem ein Privileg von Eigenheimbesitzern.“

Über die Studie

USCALE hat im Rahmen der Public Charging Study im September und Oktober 2025 insgesamt 2.773 EV-Fahrerinnen und -Fahrer in Deutschland nach ihren Erfahrungen mit dem Laden generell und 1.599 davon zum öffentlichen Laden befragt.

Weitere Unterlagen:

PRESSE-HANDOUT mit Graphiken
Weitere Informationen zur Studie
Übersicht aller Studieninhalte

zu USCALE

USCALE ist ein Beratungs- und Marktforschungsunternehmen zur Elektromobilität mit Sitz in Stuttgart. Basis der Arbeit von USCALE sind Customer-Insights-Studien zu allen Touchpoints der e-mobilen Customer Journey. Mit einem eigenen Panel von über 10.000 E-Auto-Fahrern liefert USCALE mit seinen Studien strukturiert die Pain Points der Nutzer und die Potenziale für alle Anbieter im Markt der Elektromobilität.

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