Die USCALE Charging Services Study 2025 zeigt, wie sich der Wettbewerb zwischen CPOs und eMSPs in Frankreich verändert. Anbieter sind aufgerufen, sich strategisch durch ein klares Leistungsversprechen, zielgruppenspezifische Ausrichtung und eine passgenaue Wettbewerbsstrategie zu positionieren.

EV Charging Services Study 2025: Wettbewerbsstrategien für CPOs und eMSPs in FRankreich
Jeder europäische Markt für öffentliches Laden tickt anders und Frankreich ist ein Extremfall. In Frankreich hat die Regulierung früh viele regionale, kommunale CPO‑Netze und Roaming über GIREVE gefördert. Dadurch ist ein stark fragmentierter, Roaming‑lastiger Markt entstanden. Nun rollt mit der „Charge France“-Initiative eine zweite Welle mit kapitalstarken Schnelllade‑CPOs über das Land und die Markt- und Wettbewerbssituation verändert sich deutlich.
Fokus wandert vom Angebot zur Nachfrage: Kundenakzeptanz und -bindung entscheidend
In den vergangenen Jahren lag der Fokus auf der Anzahl von AC- und DC-Ladepunkten, installierter Leistung und Netzausbau. Mit dem erfolgreichen Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur verschiebt sich der Fokus von der Angebotsseite (“Gibt es genug Ladepunkte?”) auf die Nachfrageseite (“Wer lädt wo – und warum?”). Diesen Shift beschreiben wir ausführlich in einem separaten Blog-Beitrag auf der USCALE-Webseite.
Klar ist: Der Wettbewerb wird härter und Kundenbindung wird zum zentralen Faktor. Anbieter müssen sich auf ein neues Spiel einstellen, weg von reiner Infrastruktur, hin zu Markenstärke und Nutzerpräferenz.
Die USCALE Charging Services Study 2025 liefert dafür die entscheidenden Daten: Über 500 öffentlich ladende EV-Fahrende in Frankreich wurden zu ihrem tatsächlichen Ladeverhalten befragt. Dabei zeigt sich: Der zentrale Kunden-KPI für CPOs ist der Customer Preference Share. Er zeigt, wer führt und wer am Spielfeldrand steht, was die Gründe für die Nutzerpräferenzen sind und wie Sie als CPO oder eMSP Ihre Marktposition stärken können.
Zum Hintergrund:
Customer Preference Share, der zentrale KPI für den CPO-Erfolg
Damit ein Anbieter erfolgreich ist, sind zwei Stellhebel relevant:
- Active Use: EV-Fahrende müssen das Ladeangebot kennen und attraktiv genug finden, um es zu nutzen. In unseren Charging Services Studien fragen wir EV-Fahrer deshalb, welche Ladedienste sie aktiv nutzen. Meist sind es rund drei pro Person.
- Preferred Use: Wird ein Ladeangebot genutzt, muss er so überzeugen, dass EV-Fahrende ihn bevorzugt nutzen. In unseren Charging Services Studien erheben wir, welchen der aktiv genutzten Dienste sie bevorzugen und wann die anderen zum Einsatz kommen.

Aktive und bevorzugte Nutzung als Grundlage für die Berechnung des Customer Preference Shares
Die USCALE CPO / eMSP Charging Services Studie ermittelt den Customer Preference Share und analysiert die Gründe für Kundenbindung und Illoyalität. Die Charging Preference Matrix beschreibt den Präferenzanteil eines Anbieters im Gesamtmarkt und wird aus der aktiven und präferierten Nutzung der jeweiligen Anbieter berechnet.
Was den französischen EV-Lade-Markt besonders macht
Historisch entstand in Frankreich durch kommunale und regionale Initiativen zunächst ein stark fragmentierter Markt für öffentliche Ladeinfrastruktur. In diesem Umfeld übernahmen spezialisierte Akteure wie Chargemap eine zentrale Rolle, weil sie mit Ladekarten, customer preference share angeboten und Roaming‑Lösungen Orientierung und Zugang zu vielen kleinen Netzen boten. Parallel dazu begannen große Energie‑ und Ölkonzerne wie TotalEnergies massiv in öffentliche Ladeinfrastruktur zu investieren und sich als eigene CPO‑Marken zu positionieren. In den letzten Jahren zeigt sich: Die klassischen Roaming‑Mittler wie Chargemap verlieren relativ an Bedeutung, während „Big Oil“ und pure CPOs mit eigenen Netzen und starken Marken an Sichtbarkeit und direktem Kundenzugriff gewinnen.
Frankreich gehört heute zu den Ländern mit der dichtesten öffentlichen Ladeinfrastruktur in Europa. Über 100.000 öffentliche Ladepunkte stehen zur Verfügung, und nahezu alle Autobahnraststätten sind inzwischen mit Ladeangeboten ausgestattet. Die ursprüngliche Knappheitsfrage ist damit weitgehend gelöst. Kunden können also wählen und genau diese Wahlmöglichkeiten spiegeln sich in unseren KPIs für Active und Preferred Use wider.

Active Use, Preferred Use und Customer Preference Share in Frankreich
Das USCALE CPO-Performance-Portfolio zeigt, welche Ladedienste EV-Fahrende in Frankreich überhaupt nutzen, welcher davon präferiert genutzt und welche nur “auf der Ersatzbank” sitzen.
Pure CPOs in Frankreich werden bspw. zu knapp 70% aktiv genutzt. Ebenfalls rund 70% von diesen nutzen einen reinen CPO auch präferiert. Damit ergibt sich ein Customer Preference Share von 49% auf dem französischen Markt. Die Roaming-Anbieter (angeführt von ChargeMap) folgen mit 22% Customer Preference Share auf Platz 2. Die Mineralölkonzerne liegen mit rund 14% auf Platz 3. Die USCALE-Studie zeigt für alle wichtigen Anbieter auf, wer welchen Anteil in den jeweiligen Segmenten und im Gesamtmarkt innehat.
CPOs und eMSP müssen den eigenen Customer Preference Share in einem Markt überwachen
Etablierte Player müssen ihre aktive und bevorzugte Nutzung kontinuierlich überwachen, um ihre Kundenbindung zu verstehen und gezielt zu verbessern. Active Use, Preferred Use und Customer Preference Share sind die zentralen KPIs, dazu kommen die Analyse der Präferenzgründe und die Markenwahrnehmung.
Neueinsteiger müssen die vorhandenen Marktstrukturen, Pfadabhängigkeiten und Dominanzverhältnisse kennen, um ihr Produkt passend zu gestalten und bei den richtigen Zielgruppen zu platzieren. Das inkludiert Preisstruktur, Roaming‑Strategien, die Gestaltung von Partnerschaften, die Kernbotschaften im Marketing u.v.m.
Vom Markt- zum Kundenverständnis
Den französischen Markt zu verstehen ist nur der erste Schritt. Der nächste ist das Kundenverständnis. Das heißt konkret: Wer den eigenen Charging Service weiterentwickeln möchte, muss wissen, welche Kundensegmente heute tatsächlich das eigene Angebot nutzen, welche Gruppen man künftig gewinnen will und wie sich mit jedem neuen Kundensegment auch die Marktstruktur erschiebt.
Dazu gehört:
- Kunden segmentieren: Welche Nutzergruppe lädt heute wo und warum? Welche Lade-Profile und Lade-Personas sind wichtig?
- Markenpositionierung festlegen: eigene Strategie entwickeln und Zielgruppen identifizieren.
- USPs und Kernbotschaften für Marketing, Produktmanagement und Business Development ableiten.
Ein Beispiel: Veränderte Kundenstrukturen im Hochlauf
Die Veränderung der Marktstrukturen zeigt sich exemplarisch und gleichzeitig eindrucksvoll beim Einfluss des Alters auf die Performance von Ölkonzernen. Während nur 2% der Babyboomer diese Anbieter präferieren, liegt der Anteil bei der Gen Z bei beeindruckenden 21%. Je jünger die EV-Fahrenden, desto stärker bevorzugen sie bekannte Marken der Mineralölanbieter, ein Zusammenhang, der für gezielte Marketing-Strategien genutzt werden kann.

Auch der Einfluss der EV-Erfahrung ist markant: Unter den „jungen“ EV-Adoptern (weniger als 2 Jahre elektrisch unterwegs) erreicht Big Oil einen Customer Preference Share von 19%. Bei Fahrenden mit 2 bis 3 Jahren Erfahrung sinkt dieser auf 12%, während Langzeit-EV-Nutzer (über 3 Jahre) nur 7% an Big Oil vergeben. Newcomer sind also offener für etablierte Marken. Dieser Trend spielt im Hochlauf der eMobilität den Ölunternehmen in die Hände und kann für gezielte Onboarding-Strategien genutzt werden.
Interessantes Detail: Unter den Newbies steigt vor allem der Preferred Use-Anteil deutlich. Die Präferenz nimmt also deutlich zu, während der Anteil der aktiven Nutzung stagniert. Für Mineralölmarken liegt das größte Potenzial also im Marketing bei Neukunden.

Wichtig dabei:
Mit jedem neuen Kundensegment, das neu zur Elektromobilität kommt, verschiebt sich der Markt. Das gilt besonders in einem dynamischen Umfeld wie Frankreich, in dem sich Infrastruktur, Anbieterlandschaft und politische Rahmenbedingungen schnell weiterentwickeln.
Zur CPO / eMSP Charging Services Study 2025
Die USCALE Charging Services Study 2025 zeigt die Stärken, Schwächen und Chancen der verschiedenen Anbieter von Marktanteilen über den Einfluss von Leistungsmerkmalen und Ladepreisen auf die Take-Rate bis hin zu Markenwahrnehmung. Für CPOs und eMSPs liefert die Studie eine essenzielle Grundlage, um ihre strategische Positionierung zu überprüfen, neu auszurichten und Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Wer sich jetzt mit den richtigen Fragen beschäftigt, ist gut für die nächste Phase des Marktes gerüstet:
- Wie differenziere ich mich jenseits des Preises?
- Welche Zielgruppen spreche ich an – und wie?
- Wie stärke ich meine Marke in einem zunehmend gesättigten Markt?
- Wie steigere ich die Utilization meiner Ladepunkte?
Klar ist:
EV-Charging steht an der Schwelle von der Infrastrukturfrage zur Markenfrage. Anbieter, die diesen Wandel aktiv gestalten, sichern sich einen entscheidenden Vorsprung.
Ihr Nutzen aus der Studie
Die USCALE CPO/eMSP Charging Services Study für Frankreich zeigt Ihnen,
- wo Ihre Marke auf der Nachfrageseite steht,
- wie hoch Ihr Customer Preference Share in relevanten Kundensegmenten ist und
- welches ungehobene Potenzial in Markt‑ und Zielgruppen steckt.
Wenn Sie verstehen möchten, wie der französische Lademarkt funktioniert, warum EV-Fahrende in Frankreich heute genau dort laden, wo sie laden und wie Sie Active Use, Preferred Use und Loyalität systematisch zu Ihren Gunsten verschieben können, sprechen Sie mit uns.
Schauen Sie gerne auch in die Übersicht unserer Multi-Client-Ladestudien!
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