Nutzermeinungen zu Bezahlmethoden in der öffentlichen Ladeinfrastruktur 2021

07.09.2021

Am 23.09. kommt es im Deutschen Bundestag zur Debatte über die Novellierung der Ladesäulenverordnung. Zentrales Thema ist das kontaktlose Ad-Hoc Bezahlen an öffentlichen Ladesäulen. Doch wie sehen das die eAuto-Fahrerinnen und Fahrer? Löst das Bezahlen per EC-/Kreditkarte oder Smartphone wirklich alle Probleme? Was sind die Vorteile und Nachteile gegenüber den bisher üblichen Zahlmethoden?

USCALE hat knapp 500 eAuto-Fahrerinnen ausführlich zum Bezahlen an öffentlichen Ladesäulen und zu ihrer Sicht auf folgende fünf Bezahlmethoden befragt: Lade-App, Ladekarte, Plug & Charge, Ad-hoc Smartphone und Ad-hoc EC-/Kreditkarte.

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Ad-hoc Bezahlen als wichtige Back-up Lösung

Einerseits geben nur 11% der Befragten an, dass sie am liebsten Ad-hoc bezahlen würden. Damit liegt die Bezahlmethode deutlich hinter Plug & Charge (55%), Ladekarte und Lade-App (je 17%).

Die verhaltene Bewertung für Ad-hoc liegt an den Nachteilen: eAuto-Fahrerinnen fürchten stark variierende Preise und die fehlende Kostentransparenz und -kontrolle. Hinzu kommt eine umständliche PIN-Eingabe beim Bezahlen mit EC-/Kreditkarten oder direkt mit dem Smartphone.

Auf der anderen Seite schätzen die Teilnehmer der Studie die Ad-hoc Bezahlmethode bereits jetzt schon als wichtige Back-up-Lösung. Der Wegfall der notwendigen Registrierung sowie die Vertrautheit und Zuverlässigkeit der Zahlung per EC- bzw. Kreditkarte sind die großen Pluspunkte des Ad-hoc Bezahlens.

Best Practice-Umsetzung für Ad-hoc Bezahlen:
Gut sichtbare und klare Preisangabe

Auch Plug & Charge, Lade-Karte und Lade-App mit gravierenden Nachteilen

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Viele Studienteilnehmerinnen beanstanden die vor allem Kostenintransparenz beim Bezahlen per Ladekarte und Plug & Charge. Dabei sind 30% der Befragten eher unzufrieden, 27% sogar sehr unzufrieden mit der Transparenz der Preise. Einzig das Bezahlen mit einer Lade-App punktet bei der Transparenz.

Das Bezahlen per Lade-App und Smartphone (ad-hoc) leidet insbesondere unter der schlechten Netzabdeckung in Deutschland.

Außerdem beklagen die Befragten beim Bezahlen per Ladekarte und Plug & Charge die technische Unzuverlässigkeit sowie die begrenzte Verfügbarkeit bei der Bezahlmethode Plug & Charge.

„Stand heute überzeugt keine Payment-Methode. Auch Ad-hoc ist nicht perfekt, löst aber einige Probleme der anderen Bezahlmethoden. Ob Ad-hoc langfristig als Bezahlmethode relevant oder als Back-up erforderlich bleibt, hängt davon ab, ob die übrigen Methoden ihre Probleme lösen.“

Dr. Axel Sprenger (Geschäftsführer USCALE)

UScale Fokusstudien: Nutzerstudien zur Elektromobilität

Seit 2018 befragt UScale systematisch eAuto-Fahrerinnen und -Fahrer zu ihren Erwartungen und Erfahrungen an sämtlichen Touchpoints der e-mobilen Customer Journey. Weitere Informationen zu den UScale-Fokusstudien finden Sie HIER.

Weitere Informationen zur Methodik und den Inhalten der Public Charging Payment Method-Studie finden Sie HIER.

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