Elektromobiltätsstudie zur öffentlichen Ladeinfrastruktur 2021

10.08.2021

Eine gut funktionierende öffentliche Ladeinfrastruktur ist zentral für die erfolgreiche Diffusion der eMobilität in Deutschland. Pünktlich zum Beschluss der europäischen Kommission zum Ausbau von öffentlicher Ladeinfrastruktur haben wir die Einschätzungen und Bedarfe von eAuto-Fahrerinnen und -Fahrern erhoben. Eine Umfrage von 1.800 eAuto-Fahrerinnen und -Fahrern zeigt, welche Erfahrungen sie mit der öffentlichen Ladeinfrastruktur gemacht haben und wo sie Ausbau- und Optimierungsbedarfe sehen.

Vielfältiges Ladeverhalten: Nutzung der öffentlichen Ladeinfrastruktur

EV-Fahrer und -Fahrerinnen nutzen eine Vielzahl an Lademöglichkeiten. 76% der befragten eFahrzeug-Besitzerinnen und -Besitzer haben zuhaue eine Ladelösung (meist eine Wallbox). Dennoch nutzen auch sie die (halb-) öffentliche Ladeinfrastruktur. Im Durchschnitt über alle Befragten und abhängig von ihren individuellen Ladelösungen werden 39% der aufgenommenen Energiemengen (halb-)öffentlich geladen. Dabei fällt insbesondere die zunehmende Bedeutung von Kundenparkplätzen (12%) auf.

Die Befragung zeigt, dass öffentliche Ladeinfrastruktur für jedes Ladeprofil von Relevanz ist.

Aufgenommene Energiemengen

Pragmatisches Ladeverhalten bei jeder Gelegenheit

Steht er, dann lädt er“

Studienteilnehmer Juni 2021

Unter den Nutzerinnen und Nutzern findet sich eine große Mehrheit, die möglichst jede Gelegenheit zum Laden nutzt – unabhängig davon, ob der Batteriefüllstand das erfordert oder sie eine Lademöglichkeit zuhause oder beim Arbeitgeber haben. Die häufig genannte Devise unter eAuto-Fahrerinnen und -Fahrern lautet: „Steht er, dann lädt er.“

Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur: AC vor DC

Über 90% der befragten eAuto-Fahrer:innen sehen massiven Ausbaubedarf von öffentlichen Ladesäulen und diesen am größten an Parkplätzen innerorts und in Wohngebieten.

Der weitere Ausbau von Schnellladern wird vor allem außerorts begrüßt. Innerorts findet sich eine Präferenz für Langsames Laden:

„Meiner Meinung nach wird das Potenzial von vielen relativ schwachen Ladepunkten, die den Menschen dort zur Verfügung stehen, wo das Fahrzeug eh steht, unterschätzt.“

Studienteilnehmer Juni 2021
Ausbaubedarfe aus Nutzersicht

4 von 5 EV-Fahrern mit Ladeproblemen an öffentlichen Ladesäulen

83% der befragten e-Auto-Kundinnen und -Kunden haben bereits Erfahrungen mit Problemen beim Laden gemacht. Am häufigsten werden Probleme beim Ladestart (74%) und mit Ladeabbrüchen (50%) genannt.

Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonen wiederholt, wie entscheidend aus ihrer Sicht eine zuverlässig funktionierende Ladeinfrastruktur für den Erfolg der Elektromobilitäts-Offensive in Deutschland ist. Die zahlreichen Akteuere – vom Ladesäulenhersteller, über den Energieversorger, die Kommunen und Gemeinden bis hin zum Fahrzeughersteller – sollten gemeinsam Lösungen erarbeiten um die Zuverlässigkeit der öffentlichen Ladeinfrastruktur zu erhöhen.

„Viel zu viele Säulen sind außer Betrieb, und das oft über einen sehr langen Zeitraum. Keine Verlässlichkeit bei der Ladeinfrastruktur kann nur tödlich sein für die eMobilität.“

Studienteilnehmer Juni 2021

UScale Fokusstudien: Nutzerstudien zur Elektromobilität

Seit 2018 befragt UScale systematisch eAuto-Fahrerinnen und -Fahrer zu ihren Erwartungen und Erfahrungen an sämtlichen Touchpoints der e-mobilen Customer Journey. Weitere Informationen zu den UScale-Fokusstudien finden Sie HIER.

Weitere Informationen zur Methodik und den Inhalten der eMobility Public Charging Studie finden Sie HIER.

Bei Fragen kontaktieren Sie uns gerne unter kontakt@uscale.digital.